Stand 2. Dezember 2020

Mit den steigenden Infektionszahlen seit Oktober steigen auch die Fälle, in denen es zu Infektionen im Umfeld von Buchhandlungen und Verlagen kommt. Sofort stellt sich dann die Frage: muss ich auch in Quarantäne, muss ich die Buchhandlung schließen, muss ich den Verlag schließen, muss ich Kunden informieren?

Mit der Corona-Verordnung Absonderung sind die Quarantäne- und Isolationsregeln für Baden-
Württemberg zum 28. November einheitlich festgelegt worden, die erste Änderung gab es bereits zum 1. Dezember. Dann wurde die häusliche Quarantäne grundsätzlich bundeseinheitlich auf im Regelfall 10 Tage festgelegt. Seit 2. Dezember gibt es eine neue Kategorie „Cluster-Schüler“. Insgesamt spricht man jetzt von Absonderung – was mit der bisherigen Quarantäne oder Isolation identisch ist.

Nicht in der Corona-Verordnung Absonderung finden sich die Regelungen, die bei Ein- und Rückreise aus Risikogebieten gelten. Diese sind in der Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne getrennt geregelt. 

Was heißt Absonderung?

„Absonderung“ ist der allgemeingültige Oberbegriff für die Begriffe Quarantäne und Isolation und bedeutet, sich von anderen Personen zum Schutze der Allgemeinheit oder des Einzelnen vor ansteckenden Krankheiten fernzuhalten. Sich Absondern bedeutet,

  • sich sofort und ohne Umwege nach Hause oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben
  • dort keinen Besuch  Besuch von Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, zu empfangen
  • den Absonderungsort ohne ausdrückliche Zustimmung der zuständigen Behörde nicht zu verlassen.

Wann besteht die Pflicht zur Absonderung und wann endet sie?

  • wenn Sie selbst positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sind.
    • Die Absonderungspflicht beginnt unmittelbar mit Kenntnis des positiven Testergebnisses und
    • endet frühestens 10 Tage nach dem positiven Test bzw. nach Symptombeginn und wenn die zuständige Ortspolizeibehörde zugestimmt hat. Ihnen wird eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt, die die Dauer der Absonderung angibt.
  • wenn Sie „krankheitsverdächtig“ sind, also aufgrund von typischen Symptomen ein Test bei Ihnen angeordnet oder bereits durchgeführt wurde.
    • In diesem Fall beginnt die Pflicht zur Absonderung unmittelbar nach Testanordnung bzw. -durchführung.
    • Sie endet mit Erhalt des negativen Testergebnisses automatisch, bei positivem Ergebnis s.o.
  • wenn ein/e Haushaltsangehörige/r (= eine Person, mit der Sie in einer faktischen Wohngemeinschaft leben) Ihnen mitteilt, dass er /sie positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde.
    • Die Absonderungspflicht beginnt unmittelbar nachdem Sie von dem positiven Test des/der Haushaltsangehörigen erfahren haben.
    • Die Absonderungspflicht endet in der Regel 10 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Eine Verkürzung der Absonderung mittels negativem PCR-Test ist nicht möglich.
  • wenn die zuständige Behörde Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie eine Kontaktperson der Kategorie I sind.
    • Die Pflicht zur Absonderung beginnt unverzüglich nach der Mitteilung des Gesundheitsamtes. Eine rote Warn-Mitteilung der Corona-App reicht hier zum Beispiel nicht aus, um eine Absonderungspflicht zu begründen.
    • Die Absonderungspflicht endet in der Regel 10 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Eine Verkürzung der Absonderung mittels negativem PCR-Test ist nicht möglich. Ihnen wird eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt, die die Dauer der Absonderung angibt.
  • wenn die zuständige Behörde Ihnen mitteilt, dass Sie Kontaktperson der Kategorie Cluster-Schüler sind, da sie ausschließlich im Schulkontext mit einer/m positiv getesteten Schüler*in aus der eigenen Schulklasse oder Kursstufe Kontakt hatten. 
    • Die Pflicht zur Absonderung beginnt unverzüglich nach der Mitteilung des Gesundheitsamtes.
    • Die Absonderungspflicht endet in der Regel 10 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Ab dem fünften Tag kann eine „Freitestung“ vorgenommen werden. Ist ein PCR- oder Antigentest negativ, endet die Ansonderung mit Vorliegen dieses negativen Testes automatisch. Ihnen wird eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt, die die Dauer der Absonderung angibt.

Ich bin positiv getestet. Muss ich meine Kontakte benachrichtigen?

Sie müssen Ihre Haushaltsangehörigen über Ihr positives Testergebnis informieren und diese müssen sich unverzüglich in Absonderung begeben.

Darüber hinaus besteht keine Pflicht zur Benachrichtigung Ihrer weiteren Kontakte außerhalb des Haushaltes. Es ist aber sinnvoll eine Liste zu erstellen mit Personen, zu denen Sie engen Kontakt in den letzten 10 Tagen hatten. Bei einem positiven Ergebnis eines Antigentests können Sie auch von sich aus Kontakt zu Ihrem Gesundheitsamt aufnehmen.  Sie müssen jedoch auf Nachfrage des Gesundheitsamtes Ihre weiteren Kontaktpersonen benennen. Die Gesundheitsämter nehmen eigenständig Kontakt zu Personen auf, die daraufhin als Kontaktperson der Kategorie I eingestuft werden.

Sie können Ihre Kontakte auf freiwilliger Basis bereits über das positive Testergebnis informieren, damit diese ihrerseits Kontakte bestmöglich reduzieren können. Unterscheiden Sie auch hier nach der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung – je länger und intensiver der Kontakt, desto eher sollten Sie benachrichtigen. Konkret: Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen sollten informiert werden, bei Kunden kommt es auf die Intensität des Kontakts an. Für die Kontaktpersonen ergibt sich jedoch vor Mitteilung durch die zuständigen Behörden keine Absonderungsverpflichtung.

Was ist eine Kontaktperson der Kategorie I?

Kontaktpersonen der Kategorie I sind nach der Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) Personen, die auf Grund eines engeren Kontakts zu einer positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Person ein höheres Infektionsrisiko haben. Das kann zum Beispiel bei einem mindestens 15-minütigen Gesichtskontakt zu der positiv getesteten Person der Fall sein, bei Anhusten/Anniesen oder in Situationen, bei denen die Aufnahme von infektiösen Aerosolen sehr wahrscheinlich ist (Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben ohne adäquate Lüftung). Die Einstufung erfolgt durch das Gesundheitsamt nach Befragung der positiv getesteten Person.

Muss ich meine Buchhandlung schließen, weil ich positiv auf das Corona-Virus getestet wurde?

In keiner der vorliegenden Corona-Verordnungen findet sich eine Vorschrift, nach der Räume, in denen sich ein positiv auf Corona getestete Person aufgehalten hat, geschlossen werden müssen. Alle Regelungen zu Quarantäne und Absonderung gelten nur für Personen.

In Ihrem Hygienekonzept sind Maßnahmen zur regelmäßigen Reinigung von Oberflächen u.a. enthalten. Werden diese Maßnahmen durchgeführt und es steht noch ausreichend Personal zur Verfügung, gibt es keinen Grund, die Buchhandlung zu schließen.

Weitere Fragen und Antworten zu Isolation und Quarantäne finden Sie hier.

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Reinhilde Rösch Geschäftsführerin