Zahlen zum Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Hier stellen wir die neuesten verfügbaren Daten über die wirtschaftliche Lage des Buchhandels in Deutschland und Baden-Württemberg dar. Grundlage ist statistisches Material des Bundesverbands ("Buch und Buchhandel in Zahlen 2016") und Erhebungen des Statistischen Landesamtes.

 

Die Buchhandelsbranche schloss das Jahr 2015 mit einem leichten Umsatzminus ab: Die Einnahmen auf dem gesamten Buchmarkt sind 2015 um 1,4 Prozent von 9,32 auf 9,19 Milliarden Euro gefallen. Auch wenn die Branche nicht mit Wachstumsraten glänzte, herrscht nach Einschätzung des Börsenvereins eher Aufbruchs- als Krisenstimmung, wofür die Multichannel-Strategie im Buchhandel und die Innovationskultur in den Verlagen ein Beleg ist. Auch aus der Politik kommen positive Signale – Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobte 2015 erstmals den „Deutschen Buchhandlungspreis“ aus, der das stationäre Sortiment im Wettbewerb mit digitalen Angeboten stärken soll.

Der stationäre Buchhandel bleibt der mit Abstand wichtigste Vertriebsweg für Bücher in Deutschland und hat 2015 einen Umsatz von knapp 4,43 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr büßte er jedoch 3,4 Prozent seiner Umsätze ein. Damit sichert er sich noch 48,2 Prozent des gesamten Branchenumsatzes (2014: 49,2 %). Im Gegenzug gingen die Umsätze des Online-Buchhandels um 6 Prozent nach oben – das sind 17,4 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Ein Großteil dieser Einnahmen dürfte zwar auf das Konto von Marktführer Amazon fließen, aber auch die stationären Händler verbuchten steigende Online-Umsätze und eine größere Nachfrage über das Internet.

Die Verlage blieben 2015 ebenfalls hinter dem Umsatzlevel des Vorjahres zurück. Ihre Einnahmen sanken um 2,0 Prozent. Allerdings schloss das Direktgeschäft der Verlage erneut mit einem positiven Vorzeichen ab (plus 0,8 %) und mit ihren Online-Diensten setzten sie satte 14,3 Prozent mehr um als im Vorjahr – hier gibt es also noch Wachstumspotenziale. Weiter an Tempo verloren hat das Geschäft mit digitalen Büchern. 2015 haben E-Books relativ bescheidene 4,5 Prozent zum Buchumsatz auf dem Publikumsmarkt beigetragen (2014: 4,3 %). Die Aufwärtsbewegung der vergangenen Jahre hat deutlich an Dynamik verloren.

Sortiert man die Umsätze in der Verlagsbranche nach Bundesländern, dann macht die bundesdeutsche Verlagswelt ihre Umsätze weiterhin hauptsächlich im Süden und Westen der Republik. Die Buchverlage in Baden-Württemberg haben im Jahr 2014 insgesamt einen Umsatz von 1,71 Milliarden Euro getätigt. Das sind rund 20,2 Prozent des gesamten steuerbaren Umsatzes deutscher Verlage in Höhe von 8,47 Milliarden Euro. Vor Baden-Württemberg liegt nur Nordrhein-Westfalen mit einem verlegerischen Umsatzvolumen von 4,01 Milliarden Euro.

Die Buchhandlungen in Baden-Württemberg setzten im Jahr 2014 rund 512 Millionen Euro mit Büchern um. Das sind 14,4 Prozent des steuerbaren Gesamtumsatzes mit Büchern in Deutschland (3,56 Milliarden Euro).

Die deutschen Verlage haben 2015 ihre Produktionsbremse wieder gelockert. Fasst man die Erst- und Neuauflagen zusammen, dann sind 2015 exakt 89.506 Titel herausgekommen, knapp 2.400 Titel mehr als im Vorjahr. Das gilt auch für die „echten Novitäten“, also für die Erstauflagen. 2015 konkurrierten genau 76.547 neue Bücher um die Gunst des Lesers; 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 9.442 Erstauflagen erzielten die baden-württembergischen Verlage im Jahr 2015 rund 12,3 Prozent der gesamten Titelproduktion an Erstauflagen in der Bundesrepublik Deutschland.

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Buch und Buchhandel in Zahlen

Weitere Zahlen rund um den deutschen Buchhandel enthält die Broschüre "Buch und Buchhandel in Zahlen" , die beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Hrsg.) bestellt werden kann.