Pressemitteilungen

Der Buchmarkt in Baden-Württemberg

Die aktuellen Wirtschaftszahlen der Branche aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2019".
Erstellt am 30.10.2019


Stuttgart, Herbst 2019

Der Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Die Buchhandelsbranche schloss das Jahr 2018 mit Umsätzen auf Vorjahresniveau ab: Die Einnahmen im Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) blieben bei 9,13 Milliarden Euro. Dies ist besonders im Hinblick auf das ereignisreiche Jahr mit dem Ringen um die EU-Urheberrechtsform, die Aktionen gegen den Käuferschwund und die Insolvenz von KNV als größter deutscher Zwischenbuchhändler, bemerkenswert. Der Umsatz liegt damit auch nur um 1,0 Prozent unter dem des Jahres 2003 und zeigt sich so im Langzeitvergleich außergewöhnlich stabil. Ein Zeichen für die Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft der Branche.

Spätestens seit der Veröffentlichung der Studie „Buchkäufer – quo vadis?“ im Juni 2018 war das oberste Ziel der Branche die Rückgewinnung der 6,4 Millionen Buchkäufer*innen, die man zwischen 2013 und 2017 verloren hatte. Buchhandlungen und Verlage haben sich intensiv mit den Ergebnissen beschäftigt und viele neue Projekte entwickelt – darunter innovative Ladenkonzepte, Erzählformen oder Veranstaltungsformate. Durch vereinte Kräfte und starke Programme konnte 2018 bereits ein Teilerfolg erzielt werden: 300.000 Buchkäufer*innen mehr wurden verzeichnet. Dies ist der erste Zuwachs seit 2012.

Zahlen im Einzelnen

Der stationäre Buchhandel erwirtschaftete 2018 einen Gesamt-Umsatz von rund 4,27 Milliarden Euro und kommt damit noch auf einen Anteil von 46,8 Prozent (2017: 47,1 %) des Branchenumsatzes; er blieb damit wichtigster Vertriebsweg für Bücher in Deutschland, hat aber im Vergleich zum Vorjahr 0,7  Prozent seiner Umsätze eingebüßt. Beim Buchvertrieb via Internet weist die Jahresstatistik für 2018 eine gesteigerte Zuwachsrate von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. (Zuwachs 2017: 1,5 Prozent). Der Internet-buchhandel hat damit einen Anteil von 19,5 Prozent der gesamten Branchenerlöse (2018: 18,8 Prozent).

In Baden-Württemberg setzten die Buchhandlungen im Jahr 2017 rund 506 Millionen Euro mit Büchern um und erzielten 13,4 Prozent des steuerbaren Gesamtumsatzes mit Büchern in Deutschland (3,73 Milliarden Euro). Der Rückgang gegenüber 2016 viel mit 3,1 Prozent überdurchschnittlich hoch aus. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl der stationären Buchhandlungen im Land; von 528 in 2016 sind im Folgejahr noch 509 Unternehmen übrig. Besonders hoch war der Rückgang bei den Unternehmen mit einem Umsatz bis 250.000 Euro.

Die deutschen Verlage konnten nach dem positiven Ergebnis aus 2017 (Zuwachs von 1,7 Prozent) auch 2018 ihre Umsätze mit einem dünnen Plus von 0,2 Prozent abschließen; alles in allem setzten sie 5,14 Milliarden Euro um. Die größte Dynamik lag dabei ganz klar bei den Online-Diensten, die ihren Aufwärtstrend fortsetzen und wieder um 14,8 Prozent zulegen konnten. Deutliche Einbußen gab es nur im Anzeigengeschäft (minus 4,9 Prozent)

Sortiert man die Umsätze in der Verlagsbranche nach Bundesländern, macht die bundesdeutsche Verlagswelt ihre Umsätze nach wie vor hauptsächlich im Süden und Westen der Republik. Unbestritten ist jedoch die Stellung Berlins als Verlagshauptstadt mit 149 Verlagen – in Stuttgart haben 75 Verlage ihren Sitz.

Die Buchverlage in Baden-Württemberg tätigten im Jahr 2017 insgesamt einen Umsatz von rund 1,65 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 0,7 Prozent entspricht. Wie auch der Buchhandel stehen sie damit etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt. Dennoch liegt Baden-Württemberg mit 19,6 Prozent des gesamten steuerbaren Umsatzes deutscher Verlage (rund 8,43 Milliarden Euro) auf Platz zwei hinter Nordrheinwestfalen (3,83 Mrd.), aber noch vor Bayern (1,24 Mrd.).

Baden-württembergische Verlage legten im vergangenen Jahr 9.517 Bücher neu auf; aus Stuttgart wurden beispielsweise im Jahr 2018 4.298 Erstauflagen gemeldet. Die Verlage in unserem Bundesland lieferten damit im Jahr 2018 rund 13,3 Prozent der gesamten Titelproduktion an Erstauflagen in der Bundesrepublik Deutschland und liegen im Ländervergleich auf Platz 3 hinter NRW und Bayern. Damit zeigten sie einen gegenläufigen Trend zur Entwicklung in Gesamtdeutschland; die Titelproduktion im gesamten Bundesgebiet ging im Vergleich zu 2017 um 1,3 Prozent zurück.


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