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Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Hier finden Sie die aktuellen Wirtschaftszahlen der Branche zusammengestellt aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2020" und "Branchen-Monitor BUCH", beides herausgegeben vom Börsenverein des Dt. Buchhandels e.V., Frankfurt a. Main
Erstellt am 02.11.2020


Stuttgart, Herbst 2020

 

Der Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Die Buchhandelsbranche schloss das Jahr 2019 mit einem Umsatzplus von 1,7 Prozent ab. Die Einnahmen im Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stiegen auf 9,29 Milliarden Euro.

Angesichts der Themen, die im Jahr 2019 die Buchbranche beschäftigten, hätte es also ein einigermaßen guter Start in das Jahr 2020 werden können. Die Insolvenz des Zwischenbuchhändlers KNV, die politischen Rahmenbedingungen rund um Verwertungsgesellschaften, Lizenzverhandlungen DEAL und EU-Urheberrechtsrichtlinie oder die Konzentrationsprozesse im Buchhandel waren gerade einigermaßen verarbeitet, als die Pandemie alles bisherige verblassen ließ. Erste Einschnitte im Reise(buch)geschäft schon im Februar, die Absage der Leipziger Buchmesse und schließlich der totale Lockdown mit Schließung der Buchhandlungen von 18. März bis 20. April 2020 haben auch die Buchbranche erschüttert. Aber das Lesen hat sich als beliebte Beschäftigung in der Krisenzeit erwiesen und die große Flexibilität der Buchhandlungen hat die Kund*innen überzeugt: per Telefon, Social Media oder Onlineshop bestellten sie ihre gewünschten Bücher und erhielten sie oft noch am gleichen Tag.

Zahlen im Einzelnen

Der stationäre Buchhandel erwirtschaftete 2019 einen Gesamt-Umsatz (ohne E-Commerce) von rund 4,29 Milliarden Euro und kommt damit noch auf einen Anteil von 46,2 Prozent (2018: 46,8) des Branchenumsatzes;
er blieb damit wichtigster Vertriebsweg für Bücher in Deutschland, hat aber im Vergleich zum Vorjahr weiter eingebüßt. Erneut zulegen konnte der Buchvertrieb via Internet, der ein Umsatzplus von 4,5 Prozent (nach
4 Prozent im Vorjahr) auf 1,85 Milliarden Euro erreichte. Der Internetbuchhandel hat damit mittlerweile einen Anteil von 20 Prozent der gesamten Branchenerlöse, wobei zu beachten ist, dass auch das Onlinegeschäft der stationären Buchhandlungen hierunter fällt.

In Baden-Württemberg setzten die Buchhandlungen rund 500 Millionen Euro mit Büchern um und erzielten 13,2 Prozent des steuerbaren Gesamtumsatzes mit Büchern in Deutschland (3,79 Milliarden Euro). Damit verlor der baden-württembergische Buchhandel im zweiten Jahr in Folge Anteile am Gesamtmarkt. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl der stationären Buchhandlungen im Land: von 509 in 2017 sind im Folgejahr noch 481 Unter-nehmen übrig.

Die deutschen Verlage mussten erstmals seit 2015 wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen. Mit 0,5 Prozent hielt er sich aber in Grenzen und vor allem der genaue Blick auf die Entwicklung nach Geschäftsart lässt hoffen. Denn der Aufwärtstrend im Bereich der Online-Dienste gewann sogar noch an Dynamik, was ein gutes Zeichen im digitalen Wandel ist. Nach einem Plus von 14,8 Prozent im Vorjahr, wuchs dieser Geschäftsbereich in 2019 nochmals um 33,2 Prozent. Deutliche Einbußen gab es in den Bereichen Zeitschriften und Anzeigengeschäft (minus 13,4 und 6,6 Prozent), während das Kerngeschäft mit Büchern relativ stabil blieb (plus 0,8 Prozent).

Die Buchverlage in Baden-Württemberg tätigten insgesamt einen Umsatz von rund 1,65 Milliarden Euro und liegen damit ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres. Wie auch der Buchhandel stehen sie damit etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt da (plus 0,5 Prozent). Dennoch liegt Baden-Württemberg mit 19,5 Prozent des gesamten steuerbaren Umsatzes deutscher Verlage (rund 8,47 Milliarden Euro) noch immer auf Platz zwei hinter Nordrheinwestfalen (3,89 Mrd.) und vor Bayern (1,31 Mrd.).

Die mehrwöchige Schließung der Buchläden in fast ganz Deutschland und die Absage fast aller Buchaus-stellungen und Lesungen hinterließen deutliche Spuren in den 2020er-Umsätzen der Verlage und Buch-handlungen. Bis Ende April  hatte sich ein Umsatzminus von 14,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres im Gesamtmarkt aufgebaut, im stationären Buchhandel (ohne E-Commerce) waren es 20,3 Prozent. Bis Ende September betrug die Lücke nur noch 4,3 Prozent im Gesamtmarkt und 8,8 Prozent im stationären Buchhandel. In Baden-Württemberg lag der stationäre Buchhandel zum Ende der Sommerferien immerhin noch um 13,7 Prozent hinter den Umsätzen des Vorjahreszeitraums. Zu beachten ist hierbei, dass es auch innerhalb von Baden-Württemberg große Unterschiede innerhalb des Handels gibt. So schnitten eher große Buchhand-lungen, vor allem in den Innenstadt/Einkaufslagen, oft schlechter ab, als kleine, inhabergeführte (Stadtteil)Buchhandlungen.

Datenquellen: Buch und Buchhandel in Zahlen 2020, Branchen-Monitor BUCH, beides herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Frankurt am Main


30.11.2020

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