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Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Hier finden Sie die aktuellen Wirtschaftszahlen der Branche zusammengestellt aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2021" und "Branchen-Monitor BUCH", beides herausgegeben vom Börsenverein des Dt. Buchhandels e.V., Frankfurt a. Main
Erstellt am 13.10.2021


Stuttgart, Herbst 2021

 

Der Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Die Buchhandelsbranche schloss das Jahr 2020 mit einem minimalen Umsatzplus von 0,1 Prozent ab. Die Einnahmen im Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stiegen auf 9,30 Milliarden Euro.

Die Pandemie hat die Welt erschüttert und verändert – doch gemessen an dem Einschnitt, den die Corona-Krise für die gesamte Gesellschaft bedeutet, legten Verlage und Buchhandlungen 2020 eine erstaunliche Widerstandskraft an den Tag. Der Umsatz auf dem gesamten Buchmarkt ist stabil geblieben. Ein Grund für diese Resilienz: Bücher waren und sind in der Pandemie gefragte Begleiter. 25% der Leser*innen greifen häufiger zum Buch als vor Corona, das ergab eine Befragung des Marktforschungsunternehmens GfK im Januar 2021. Trotzdem sorgten die Phasen des Lockdowns besonders im Buchhandel für schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Je nach Bundesland blieben die Ladengeschäfte sechs bis sieben Wochen lang geschlossen. Buchhändlerinnen und Buchhändler zeigten sich sehr flexibel. Blitzschnell organisierten sie sich neu, boten neben Onlineshops auch Buchkauf per Telefon, Mail und Social-Media-Kanäle an und lieferten die bestellten Bücher noch am selben Tag höchstpersönlich aus. So konnten Umsätze zwar gehalten werden, die Rendite blieb aber wegen hoher Prozesskosten auf der Strecke.


Mit am härtesten traf es die Buchhandlungen in Baden-Württemberg. Sie zählten, anders als die Kollegen in fast allen anderen Bundesländern, lange nicht zu den systemrelevanten Geschäften und mussten ab Mitte Dezember nicht nur den Verkauf im Laden, sondern auch das so wichtige Abholgeschäft einstellen. In der Hochphase des wichtigen Weihnachtsgeschäfts war das ein enormer wirtschaftlicher Tiefschlag. Sie verzeichneten im Dezember 2020 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von 30,6%, während er im Bundesdurchschnitt 19,6% betrug. Es ist also zu erwarten, dass der Trend der Vorjahre sich fortsetzt und der baden-württembergische Buchhandel erneut sowohl in der Anzahl der Buchhandlungen wie auch im Umsatz stärker zurückgeht als der gesamtdeutsche Markt.

Insgesamt erwirtschaftete der stationäre Buchhandel 2020 einen Gesamt-Umsatz (ohne E-Commerce) von rund 3,90 Milliarden Euro und kommt damit noch auf einen Anteil von 42,0 Prozent (2019: 46,2) des Branchenumsatzes, hat also im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger umgesetzt; er blieb damit dennoch wichtigster Vertriebsweg für Bücher in Deutschland. Kräftig zulegen konnte der Buchvertrieb via Internet, der ein Umsatzplus von sagenhaften 20,9 Prozent (nach 4,5 Prozent im Vorjahr) auf 2,24 Milliarden Euro erreichte. Der Internetbuchhandel hat damit mittlerweile einen Anteil von 24,1 Prozent (2019: 20 Prozent) der gesamten Branchenerlöse. Ein nicht unerheblicher Teil fließt auf das Konto von Marktführer Amazon. In diesen Zahlen sind jedoch auch die Online-Umsätze der stationären Händler enthalten. Der Siegeszug des E-Commerce geht also nicht unbedingt zu Lasten des Sortimentsbuchhandels, dessen Online-Umsätze sogar 2020 viel stärker wuchsen als die des Händlers aus Seattle.

Stark abhängig von der jeweiligen Warengruppe zeigte sich das Jahr 2020 für die Verlage. Im Durchschnitt wuchs das Geschäft um 1,2 Prozent. Auf der Gewinnerseite sahen sich besonders die Kinder- und Jugendbuchverlage. Sie verzeichnen ein überdurchschnittliches Umsatzplus von 6,4 Prozent. Hart getroffen von der Krise sind dagegen die Reiseverlage und Kalenderproduzenten. In der Pandemie haben die Verlage generell mit großem Einfallsreichtum neue Erlösquellen erschlossen und weiter daran gearbeitet, Print- und Online-Welt miteinander zu verzahnen. Digitale Aktivitäten erwiesen sich erneut als Wachstumstreiber Nummer eins. Ihre Einnahmen aus Online-Diensten steigerten die Verlage um 7,3 Prozent, das Kerngeschäft mit Büchern wuchs um 2,5 Prozent (2019: 0,8 Prozent).

Die Buchverlage in Baden-Württemberg tätigten insgesamt einen Umsatz von rund 1,68 Milliarden Euro und liegen damit ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres. Wie auch der Buchhandel stehen sie damit etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt da (plus 0,5 Prozent). Baden-Württemberg liegt mit 19,5 Prozent des gesamten steuerbaren Umsatzes deutscher Verlage (rund 10,48 Milliarden Euro) nach wie vor auf Platz zwei hinter Nordrhein-Westfalen (5,97 Mrd.) und vor Bayern (1,32 Mrd.).

Datenquellen: Buch und Buchhandel in Zahlen 2021, Branchen-Monitor BUCH, beides herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Frankfurt am Main


13.10.2021

Buchhandel in Deutschland und Baden-Württemberg

Hier finden Sie die aktuellen Wirtschaftszahlen der Branche zusammengestellt aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2021" und "Branchen-Monitor BUCH", beides herausgegeben vom Börsenverein des Dt. Buchhandels e.V., Frankfurt a. Main

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