Wirtschaftszahlen

Der deutsche Buchmarkt erwirtschaftete im Jahr 2010 einen Umsatz von gut 9,7 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen - gegenüber dem Vorjahr waren das 0,4 Prozent mehr.

Nach wie vor der bedeutendste Vertriebsweg für Bücher ist der stationäre Sortimentsbuchhandel.


Er erwirtschaftet mit einem geschätzten Umsatz von über 4,9 Milliarden Euro 50,6 Prozent des gesamten Buchumsatzes. Der Direktvertrieb der Verlage an Endkunden folgt an zweiter Stelle mit 18,5 Prozent, hier wurden 2010 1,8 Milliarden Euro umgesetzt. Auf den Versandbuchhandel, einschließlich Internet, entfielen mit knapp 1,7 Milliarden Euro 17,1 Prozent des geschätzten Umsatzes, auf Warenhäuser 2,1 Prozent (0,21 Milliarden Euro) und auf Buchgemeinschaften 2,3 Prozent (0,22 Milliarden Euro). Sonstige Verkaufsstellen sind mit 9,4 Prozent (0,91 Milliarden Euro) am Gesamtumsatz beteiligt.


Die Umsätze der Verlage stiegen im Jahr 2010 um 1,5 Prozent. Das Anzeigengeschäft schloss mit einem leichten Plus von einem Prozent. Auch im Kerngeschäft Buch blieben die Umsätze mit einem Plus von 0,3 Prozent stabil. Wie auch in den vorangegangenen Jahren konnten die Verlage den mit Abstand größten Umsatzzuwachs, plus 17,2 Prozent, wieder bei den Online-Diensten verzeichnen. Bezogen auf den Gesamtumsatz spielen sie allerdings nach wie vor eine untergeordnete Rolle.


Der Sortimentsbuchhandel, der in den vergangenen Jahren verstärkt von Konzentrationsentwicklungen geprägt ist, musste 2010 ein Minus von 2,8 Prozent hinnehmen.


Von stetem Wachstum geprägt ist der Online-Buchhandel. So lag 2010 der geschätzte Internet-Umsatz bei 1,35 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzanteil von 13,8 Prozent am Buchmarkt und einer immer noch hohen Steigerung von 14,1 Prozent. 2007 hatte der Buchhandel mittels Internet gar eine Umsatzsteigerung von 21,3 Prozent zu verzeichnen gehabt.

 

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Warengruppen

Titelproduktion

Nachdem die Verlage ihre Titelproduktion 2009 und 2008 leicht gedrosselt hatten, stieg die Anzahl der Novitäten in 2010 wieder. Es gab 95.838 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lizenzen und Übersetzungen

Die Zahl der Übersetzungen ist 2010 um 3,1 Prozent gesunken. Nachdem 2008 mit 11.903 Übersetzungen eine kräftige Steigerung gegenüber dem Vorjahr erreicht wurde, ging die Anzahl der Übersetzungen 2009 auf 11.800 und in 2010 auf 11.439 Titel zurück. Stabil geblieben ist der Anteil der Übersetzungen an der gesamten Titelproduktion in Deutschland: Mit 12,8 Prozent liegt er leicht über dem der Vorjahr (2008: 12,6 Prozent, 2009: 12,7 Prozent).

Im Lizenzgeschäft gab es 2010 einen deutlichen Aufschwung: Es wurden 30% mehr Lizenzen an ausländische Partner verkauft als im Vorjahr. Dies entspricht dem Abschluss von 8.191 Kaufverträgen. 2008 war die Anzahl der verkauften Lizenzen um 17,6 Prozent auf 7.605, 2009 um 17,4 Prozent auf 6.278 gesunken. Intensiviert haben sich 2010 vor allem die Geschäftsbeziehungen mit China, das mit 789 Lizenzen erstmals wichtigster Handelspartner wird. Spanien stieg von Rang fünf auf Rang zwei (646 Lizenzen), während Polen mit 578 Lizenzen nur noch den dritten Platz belegt.

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